GURS

- eines der größten Lager in Frankreich, hatte im Laufe der Zeit unterschiedliche Funktionen. Nach kontroversen Diskussionen innerhalb der regionalen Öffentlichkeit war es 1939 zunächst als Auffanglager für Flüchtlinge aus Spanien errichtet worden. 
Die einfachen Baracken wurden von Ingenieuren und Bauarbeitern aus der Region innerhalb von sechs Wochen auf dem in der Grenzregion gelegenen Gelände aufgebaut. 
Im April 1939 befanden sich dort bereits mehr als 15.000 Männer, Frauen und Kinder. Ab Mai 1940 wurden auch Geflüchtete aus Deutschland in Gurs festgesetzt, die zu „feindlichen Ausländern“ erklärt worden waren. Zeitweilig befanden sich knapp 20.000 Menschen in dem überfüllten Lager. Es unterstand zunächst dem französischen Kriegsministerium, ab Oktober 1940 dem Innenministerium des Vichy-Regimes.

Hilfe im Lager Gurs (1941-42)

"Dann fingen Organisationen an, das Leben etwas zu erleichtern...

...Kinder bekamen täglich  einen Löffel braunen Zucker, manchmal Milch und manchmal etwas Chalwa (aus Ölsamen, Honig und Zucker)."

Schon im November erreichten die ersten Nahrungsmittel das Lager Gurs, organisiert von der jüdischen Gemeinde Kreuzlingen/Schweiz, adressiert an die aus Konstanz Verschleppten.

Am 3.1.1941 erscheint in der wichtigsten jüdischen Zeitung "Aufbau" in New York ein Artikel über die  Zustände im Lager Gurs, verbunden mit einem Spendenaufruf.

„Sie setzte es durch, dass die Jugendlichen unter 15 Jahren, die unterernährt waren - und das waren fast alle -jeden Tag eine Tasse Milch erhielten.
 An einem Samstagabend erhielten wir sogar eine Packung Ovosport- ein unvergessenes Fest."

Allein die Quäker bringen zwischen Januar 1941 und August 1942 über 55.000 kg Gemüse und Obst in das Lager.

Hanna Mayer-Moses erinnert sich an die Einrichtung von Kinderbaracken, „um den Kindern eine etwas bessere Ernährung zu verschaffen, aber auch,  um ihnen den Anblick der vielen Kranken und Sterbenden in den Baracken zu ersparen“.

„Wir mussten schauen, dass die in der Nacht Verstorbenen rechtzeitig an den Blockeingang getragen wurden. Ich war gerade 13 Jahre alt und hatte vorher noch nie Leichen gesehen."
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Literatur: Gurs

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